Gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht

von Paul Schulze

Öffentlicher Widerstand gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht

Gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht

Öffentlicher Widerstand gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht

Freiheit zuerst – auch in der Sicherheit

Freiheit ist nicht verhandelbar. Eine Pflicht, die Lebensläufe verbiegt und junge Menschen zwingt, ersetzt keine Verantwortung – sie verschiebt sie. Wer Sicherheit ernst nimmt, schützt Bürgerrechte, verhindert Zwang und achtet Wehrgerechtigkeit.

 

Warum widersprechen

  • Freiheitsprinzip: Zwangsdienste sind ein tiefer Eingriff in Selbstbestimmung und Lebensplanung.
  • Wehrgerechtigkeit: Selektive Musterungen, Ausnahmen und Ungleichheiten machen Pflicht unfair – und gesellschaftlich spaltend.
  • Struktur statt Symbol: Personalzwang kaschiert marode Strukturen, Führungslücken und Ausrüstungsmängel. Er löst sie nicht.

Wehrpflicht und Sprachverschiebung“

Frieden beginnt mit Sprache

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Wehrpflicht und Sprachverschiebung“

Frieden beginnt mit Sprache

Die Friedensinitiative beobachtet, wie Begriffe wie „Wehrhaftigkeit“ und „Notwendigkeit“ die öffentliche Debatte dominieren, während „Frieden“ und „Diplomatie“ verblassen. In diesem Kontext wirkt die Diskussion über die Wiedereinführung der Wehrpflicht wie ein Symptom: Sprache verschiebt sich – und mit ihr die Politik.

Wehrpflicht: Ein Rückblick

  • Historisch war die Wehrpflicht stets Spiegel der Staatsform: von Preußens „Armee der Nation“ über die NS-Zeit bis zur demokratischen Bundeswehrpflicht.
  • 2011 wurde sie ausgesetzt, ein Signal für mehr Freiheit und Selbstbestimmung.
  • Heute wird sie wieder diskutiert – nicht aus Notwendigkeit, sondern aus Symbolpolitik.

Kritik an der Wiedereinführung

  • Freiheit vs. Pflicht: Ein Pflichtjahr bedeutet Zwang und Lebenslauf-Verzögerung.
  • Strukturen statt Menschen: Die Bundeswehr leidet nicht an fehlenden Rekruten, sondern an maroder Infrastruktur.
  • Symbolpolitik: Die Wehrpflicht wird als Zeichen der „Handlungsfähigkeit“ verkauft, löst aber keine realen Probleme.

Sprachkritik

Die Debatte über Wehrpflicht ist auch eine Debatte über Worte. „Kriegstüchtigkeit“ verdrängt „Verständigung“. „Pflicht“ ersetzt „Freiheit“. Die Friedensinitiative dokumentiert diese Verschiebung – ruhig, analytisch, ohne Wertung, aber mit klarer Erinnerung daran, was fehlt: das Wort „Frieden“.

 Fazit

Die Wiedereinführung der Wehrpflicht wäre ein Rückfall in alte Muster. Sie stärkt nicht die Wehrhaftigkeit,

sondern schwächt die Freiheit.

Wer Frieden will, muss Sprache verteidigen –

gegen das Vergessen, gegen die Verengung, gegen die Pflicht, die sich als Notwendigkeit tarnt.

Dialog: „Wehrpflicht und Sprachverschiebung“

Arzt & Nietzsche im Gespräch**

Arzt:
Friedrich, ich habe heute wieder die politische Debatte verfolgt. Da reden sie von „Wehrhaftigkeit“, „Notwendigkeit“und „Kriegstüchtigkeit“, als seien das neue Tugenden. Und plötzlich steht die Wiedereinführung der Wehrpflicht wieder auf dem Tisch – wie ein Gespenst aus einer Zeit, die wir längst hinter uns glaubten.

Nietzsche:
Die Sprache, mein Freund, ist immer das erste Schlachtfeld. Bevor Menschen marschieren, marschieren Worte. Wenn ein Volk beginnt, seine Begriffe zu härten, dann hat es begonnen, sein Denken zu verengen.

Arzt:
Das sehe ich genauso. Wir reden kaum noch über Diplomatie, Verständigung, Konfliktlösung. Das Wort Frieden fällt nur noch als Fußnote. Dabei zeigt die Geschichte doch: Die Wehrpflicht spiegelte immer den Zustand des Staates wider – mal preußisch-gehorsam, mal totalitär, mal demokratisch.
2011 haben wir sie abgeschafft – ein Zeichen von Freiheit. Jetzt kommt sie als Symbolpolitik zurück.

Nietzsche:
Symbolpolitik ist die Kunst, Handeln zu imitieren. Wenn Strukturen marode sind, baut man zuerst ein großes Schild mit der Aufschrift „Tatkraft“ – damit niemand merkt, dass dahinter der Putz bröckelt.

Arzt:
Genau das geschieht: Die Bundeswehr hat kein Rekrutenproblem, sondern ein Strukturproblem. Kaputte Infrastruktur, Bürokratie, Managementversagen. Und jetzt soll ein Pflichtjahr die Lösung sein?
Freiheit gegen Pflicht eintauschen – ein schlechtes Geschäft.

Nietzsche:
Alles, was als „Pflicht“ verkauft wird, sollte man doppelt misstrauen. Die Moral der Herde tarnt sich gern als Notwendigkeit.
Der Staat sagt: „Du musst.“
Der freie Geist fragt: „Warum?“

Arzt:
Und die Sprache verschiebt sich weiter:
Aus „Frieden“ wird „Wehrhaftigkeit“.
Aus „Selbstbestimmung“ wird „Pflichtjahr“.
Aus „Diplomatie“ wird „Zeichen der Stärke“.

Die Friedensinitiative will diese Verschiebungen sichtbar machen – sachlich, ruhig, ohne ideologische Verkrampfung, aber mit Klarheit.

Nietzsche:
Der gefährlichste Krieg ist immer der gegen das eigene Denken. Wer zulässt, dass Worte verengt werden, lässt zu, dass Ideen verengt werden. Und schließlich lassen sich Menschen verengen.

Arzt:
Dann wäre die Wiedereinführung der Wehrpflicht ein Rückschritt – nicht hin zur Stärke, sondern weg von der Freiheit.

Nietzsche:
Freiheit ist immer das Zerbrechliche, das Leise. Man muss sie verteidigen – gegen die Pflicht, gegen das Pathos, gegen die Versuchung des Einfachen.
Wer Frieden will, muss zuerst seine Sprache entgiften.

Arzt (leise):
Also beginnt Frieden heute nicht an der Grenze, sondern im Wort.

Nietzsche:
Wie alles Entscheidende. Worte bauen die Welt – oder reißen sie ein.